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Die Ausgrabung von Akrotiri

Im Südwesten der Insel liegt die bedeutendste Ausgrabungsstätte Santorins: Das Pompeji der Griechen. Erstmalige Beachtung fand Akrotiri im Jahre 1867, als der französische Geologe Ferdinand Fouqué prähistorische Mauerreste unterhalb des Dorfs Akrotiri entdeckte. Wenige Jahre später stießen französische Geologen und der Deutsche Robert Zahn in der gleichen Region auf weitere, jedoch unsystematische Funde. Fast 100 Jahre mussten vergehen bis zur sensationellen Entdeckung der auf wundersame Weise durch Asche und Bimstein konservierten Gebäude, denn spektakuläre Entdeckungen auf Kreta lenkten das Interesse der Wissenschaftler ab von Santorin. Das Fehlen menschlicher Überreste, Schmuck und Wertgegenständen lässt vermuten, dass die Bewohner sich rechtzeitig vor dem Ausbruch des Vulkans in Sicherheit bringen konnten.

Akrotiri Akrotiri Akrotiri

Während der Ausgrabungsarbeiten unter der Leitung von Professor Spyridon Marinatos wurden ganze Straßenzüge, Häuser und Räume freigelegt. Er war es auch, der 1969 auf das Fresko der "Safransammlerinnen" stieß. Ein Artefakt, das weltweite Beachtung fand. Professor Marinatos kam am 1. Oktober 1974 durch eine einstürzende Mauer ums Leben. An der Unfall- und zugleich Grabstelle erinnert ein Gedenkstein an den bedeutenden Archäologen. Bis heute werden die Arbeiten von Marinatos' früherem Assistenten, dem Archäologie-Professor Christos Doumas, weitergeführt.

Die Ausgrabungsfläche erstreckt sich auf ca. 10.000 qm und ist durch eine Überdachung gegen Witterungseinflüsse geschützt. Aufgrund der eher ungünstigen Lichtverhältnisse empfiehlt sich für Fotografen die Mitnahme von hochwertigem Filmmaterial, da kein Blitzlicht eingesetzt werden darf. Ein Besucherrundweg führt durch zwei Gassen, vorbei an ehemals mehrstöckigen Gebäuden, deren Fassaden zum Teil im Originalzustand erhalten werden konnten. Zahlreiche Funde von Gebrauchsgegenständen zeichnen ein Bild vom einstmaligen Reichtum ihrer Besitzer. Eine Rekonstruktion verschiedener Werkzeuge, Gefäße, selbst hölzerner Möbel war mit Hilfe von Gips möglich durch Ausgießen von Negativabdrücken in der Asche. Mit Schnüren bespannte Holzrahmen zählen zu den "ältesten Betten Europas". Desweiteren existieren Abdrücke großer geflochtener Körbe und Matten.

Akrotiri Akrotiri Akrotiri

Das Gebiet ist unterteilt in die vier Sektoren: Alpha, Beta, Delta und Gamma. Der Rundweg beginnt im südlichen Teil und bringt die Besucher zum Südgebäude, vorbei am Deltakomplex, dem größten Gebäude, zum Westhaus und dem Haus der Anker. Die "Frauengemächer" befinden sich im Nordteil. Die Fundorte der Wandmalereien konzentrieren sich auf das Westhaus und die Gebäude "Xeste 3" und "Xeste 4".

Ein tragischer Unfall im Jahre 2005 hat zur Folge, dass die Ausgrabungsstätte für Besucher noch nicht wieder zugänglich ist.

Fresken von Akrotiri

Plastiken von Akrotiri


Literatur:

  • Christos G. Doumas: Thera Santorin Das Pompeji der alten Ägais, Koehler & Amelang, Berlin und Leipzig 1991, ISBN 3-7338-0050-8
  • Christos G. Doumas: Die aktuellsten archäologischen Funde in Akrotiri auf Thera. Manuskript eines Vortrags, Verein zur Förderung der Aufarbeitung der Hellenischen Geschichte, Weilheim i. Obb. 2001
  • Dirk Herdemerten: Die Wandmalereien von Thera (Santorini) 2004, ISBN 363843088X
  • Clairy Palyvou: Akrotiri Thera an architecture of affluence 3500 years old. INSTAP Academic Press, Philadelphia 2005, ISBN 1-931534-14-4
  • Phylis Young Forsyth: Thera in the Bronze Age. Peter Lang, New York 1997, ISBN 0-8204-3788-3
  • Nanno Marinatos: Kunst und Religion im alten Thera. Zur Rekonstruktion einer bronzezeitlichen Gesellschaft, Athen 1988
  • Floyd W. McCoy, Grant Heiken: The Late-Bronze Age explosive eruption of Thera (Santorini), Greece Regional and local effects, in: Volcanic Hazards and Disasters in Human Antiquity, Special Paper345 of the Geological Society of America, Boulder 2000, S. 43-70, ISBN 0-8137-2345-0
  • Nanno Marinatos: Santorini mit einer Führung durch Akrotiri, 1985, Verlag Mathioulakis, Athen
  • Lyvia Morgan: The Miniature Wall Paintings of Thera, 1988, Cambridge University Press



 
 
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